braunkohle abbau

„Gott hat die Lausitz erschaffen, aber der Teufel hat darunter die Kohle vergraben“, besagt eine alte sorbische Volksweisheit. Am östlichsten Rand Deutschlands erlebe ich jeden Tag, dass dieses Wort auch heute noch uneingeschränkt seine Gültigkeit hat. Dort wohne ich seit fünf Jahren keine 500 Meter vom Rand des Braunkohle-Tagebaus Welzow-Süd. 

Ständig bedroht von der Ungewissheit, ob unser Haus in einigen Jahren „der Kohle“ zum Opfer fallen wird und abgebaggert werden muss. Genervt vom Lärm und Staub des Tagebaus. Erschüttert darüber, wie jeden Tag Natur und Landschaft zerstört werden. Besorgt über das Grundwasser, das unter unseren Füßen schon 60 Meter tief abgesenkt wurde. Ohnmächtig gegenüber den Bergbauschäden und Rissen, die unsere Häuser wie Karies zerstören. Voller Angst vor Feinstaub und unsichtbaren Giften wie Quecksilber, Blei und Uran, die neben CO2 und Wasserdampf klammheimlich aus den Kühltürmen der Kohlekraftwerke kriechen und auf uns niederrieseln. Und immer wieder fassungslos über unsere gespaltene Dorfgemeinschaft, die seit Jahren zerbrochen ist in diejenigen, die „bei der Kohle“ arbeiten und diejenigen, die ihre Heimat behalten möchten. 

Hutkasse

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